16.09.2019 Blühende Küchenkräuter

Wer kennt das nicht: das schmackhafte Pflänzchen im Topf in der Küche, im Balkonkasten oder im Kräuterbeet setzt plötzlich Blüten an und die Frage taucht auf, was jetzt? Blühen lassen oder abschneiden? Wenn ich es blühen lasse, kann ich es dann noch essen? Eine einheitliche Antwort gibt es darauf nicht. Deshalb hier eine kleine Übersicht zu einigen der gängigsten Küchenkräuter.

Blühender Basilikum
Blühender Basilikum

 

Basilikum

 

Bei einjährigem Basilikum kann der Geschmack der Blätter weniger intensiv oder leicht bitter werden, an der Genießbarkeit ändert sich aber nichts. Bei mehrjährigem Basilikum ändert die Blüte nichts am Geschmack der Blätter. Basilikumblüten können bitter schmecken, eignen sich aber hervorragend, um Essig zu aromatisieren.

 

 

Petersilie

 

In Petersilie ist giftiges Apiol enthalten, weshalb sie sowieso nicht in großen Mengen verzehrt werden sollte. Solange die Pflanze noch keine Blüten hat, ist der Gehalt nicht sehr hoch, er steigt aber rasant an, sobald sie zu blühen beginnt. Dann sollte die ganze Pflanze nicht mehr gegessen werden. Gerade Schwangere sollten ganz auf Petersilie verzichten, da Apiol Kontraktionen der Gebärmutter auslösen kann. In den Samen ist es besonders hoch konzentriert, weshalb diese früher auch für Abtreibungen verwendet wurden.

Blühende Minze
Blühende Minze

 

Minze

 

Wie beim Basilikum verlieren die Blätter an Geschmack, sobald die Pflanze Blüten bildet, sind aber weiterhin genießbar. Die Blüten können auch verzehrt werden, zum Beispiel als essbare Dekoration. Sie schmecken mild süßlich.

 

Zitronenmelisse

 

Auch hier verlieren die Blätter durch die Blüte an Geschmack, sind aber weiterhin genießbar. Die Blüten sind prinzipiell essbar, können aber leicht bitter schmecken.

Blühender Rucola
Blühender Rucola

 

Rucola

 

Hier passiert genau das Gegenteil der bisherigen Kräuter, die Blätter schmecken intensiver! Das muss man natürlich mögen, aber genießbar sind sie theoretisch noch, ebenfalls die Blüten.

 

Schnittlauch

 

Viele Hobby-Gärtner schneiden den Schnittlauch fleißig, damit er ja nicht blüht. Das ist absolut unnötig, da die Blüten essbar sind und hervorragend schmecken! Etwas milder als das grüne Kraut, aber eindeutig nach Schnittlauch. Der Blütenstängel allerdings wird hart und bitter und somit ungenießbar. Alle nicht blühenden Halme verändern ihren Geschmack aber nicht, wen ein anderer zu blühen beginnt.

 

Blühendes Bohnenkraut
Blühendes Bohnenkraut

 

Bohnenkraut

 

Auch hier wird der Geschmack der Blätter etwas milder, aber nur minimal, es kann also wie gewohnt verwendet werden. Die Blüten sind genauso essbar wie die Blätter und auch vom Geschmack ähnlich.

Sie sehen, es gibt eigentlich keinen Grund, Küchenkräuter nicht blühen zu lassen. Etwas milderer Geschmack kann verkraftet werden und die meisten Blüten sind ja auch essbar, insofern probieren Sie einfach mal, wie sie Ihnen schmecken.

 

Bei hier nicht aufgelisteten Kräutern aber bitte immer erst nachsehen, ob die Blüte etwas an der Genießbarkeit ändert. Im Internet oder in Fachbüchern findet man dazu viele Informationen.

 

Davon ganz abgesehen, gibt es aber noch zwei Gründe, seine Kräuter blühen zu lassen. Erstens das hübsche Aussehen und zweitens, dass Insekten wie Bienen, Hummeln und Co. die Kräuterblüten absolut lieben. Wenn sie ab und zu mal bei ihren Pflänzchen vorbeischauen, werden sie dort immer wieder kleine summende Besucher zu sehen bekommen.

26.08.2019 Hochbeet

Diese Art, ein Beet anzulegen, erfreut sich in vielen Gärten großer Beliebtheit – und zwar zurecht! Ein Hochbeet ist eine tolle Sache. Der offensichtlichste Grund ist natürlich, dass man eine angenehme Arbeitshöhe hat und somit rückenschonend Gemüse anbauen kann.

 

Ein anderer Grund, der für ein Hochbeet spricht, besteht in dem speziellen inneren Aufbau, bei dem es ein paar Dinge zu beachten gibt, damit ein optimales Ergebnis beim Gemüseanbau erzielt werden kann. Wenn man es richtig befüllt hat, ist es nämlich ein wahres Hochleistungsbeet! Das liegt daran, dass man es nicht einfach mit Erde auffüllt, sondern mit Pflanzenmaterial, das sich mit der Zeit zersetzt. Dabei werden laufend Nährstoffe frei und es wird Wärme produziert, was das Pflanzenwachstum fördert.

 

Bei der Befüllung gilt die Regel: von grob zu fein. Man beginnt also ganz unten mit grobem Baum- und Strauchschnitt, diese Schicht kann ruhig etwas dicker ausfallen, da sie eh nach und nach zusammensackt. Dann kommen dünnere Äste und Grünschnitt, eventuell etwas Stallmist, dann Kompost und zum Schluss wird mit Blumen- oder Gartenerde aufgefüllt. (Falls Sie Erde zukaufen, bitte unbedingt darauf achten, dass diese torffrei ist!) Da das Ganze mit der Zeit sehr stark absacken kann, kann man den Strauchschnitt auch häckseln. Ansonsten muss immer wieder mal Erde nachgefüllt werden. Nach etwa fünf bis sieben Jahren sind alle kompostierbaren Bestandteile zersetzt und das Hochbeet muss neu befüllt werden.

In den Hochbeeten auf dem Gelände des Lindenhofs in Bayreuth sprießt das Gemüse nur so!
In den Hochbeeten auf dem Gelände des Lindenhofs in Bayreuth sprießt das Gemüse nur so!

 

Falls Sie ein Hochbeet selbst bauen wollen, sollten Sie beständige Materialien wie Stein oder für den Außenbereich geeignete Hölzer wie Robinie, Eiche oder Lärche verwenden. Außerdem empfiehlt es sich, den Boden mit einem Gitter gegen Wühlmause auszulegen. Bei Tiefe und Höhe sollte man darauf achten, dass es für die eigene Körpergröße gut geeignet ist.

 

Genauere Infos zu Bau und Gestaltung findet man zuhauf im Internet, oder man lässt sich im Baumarkt oder in einer Gärtnerei beraten. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich vorher eingehend zu informieren, damit man dann auch lange Freude an seinem Beet hat!

25.07.2019 Kräutersalz selbst herstellen

Selbst hergestellte Lebensmittel schmecken fast immer besser als gekaufte, außerdem weiß man was drin ist, es macht Freude, sie herzustellen und sie haben einen ganz anderen Wert, sind etwas ganz Besonderes! Genug Gründe also, sich in die Küche zu stellen und loszulegen! Wie wäre es zum Beispiel mit einem selbst gemachten Kräutersalz, am besten aus eigenen Kräutern?

 

Küchen- und auch Wildkräuter lassen sich hervorragend im Garten oder auf dem Balkon anbauen, oft fühlen sie sich auch im Topf am Küchenfenster wohl. Welche Kräuter man für sein Gewürzsalz auswählt, hängt in erster Linie von Verfügbarkeit und Geschmack ab. Wer es mediterran mag, nimmt Salbei, Rosmarin, Oregano und ähnliches, wer zu viel Giersch im Garten hat, kann auch diesen verarbeiten. Ebenfalls sehr schmackhaft kann es sein, bewusst bittere Kräuter zu nehmen, da sie dem Salz einen gesunden und schmackhaften Pfiff geben.

Blüte der Schafgarbe
Blüte der Schafgarbe

Hierzu ein kleines Rezept, das sich aber auch für alle anderen Kräuter verwenden lässt. In unserem Fall verfeinern Beifuß und Schafgarbe das Salz.

 

Beide sind keine typischen Gartenkräuter, aber alte Heil- und Gewürzpflanzen, bei denen es sich lohnt, sie in seiner Nähe zu haben! Beide sind recht unkomplizierte Gewächse, die möglicherweise sogar schon als „Unkraut“ den Weg in Ihren Garten gefunden haben, sehen Sie also mal genau im nicht zu oft gemähten Rasen (Schafgarbe) oder in einer etwas wilderen Ecke (Beifuß) nach, ob Sie da nicht sogar schon wachsen. Und wenn ja, unbedingt stehen lassen!

 

In der Volksheilkunde wird die positive Wirkung beider Pflanzen auf den Verdauungstrakt schon lange geschätzt, insofern freut sich der Bauch, wenn man sie in Form eines Gewürzsalzes häufig verzehrt.

Beifuß wird wie die Schafgarbe in der Volksheilkunde als Mittel für den Verdauungstrakt eingesetzt. Schwangere sollten Beifuß vorsichtig dosieren.
Beifuß wird wie die Schafgarbe in der Volksheilkunde als Mittel für den Verdauungstrakt eingesetzt. Schwangere sollten Beifuß vorsichtig dosieren.

Schwangere sollten allerdings nicht zu viel Beifuß zu sich nehmen, da es Hinweise darauf gibt, dass er sich anregend und entkrampfend auf die Gebärmutter auswirken kann!

 

 

Auf ein Kilo Salz nehmen Sie eine Handvoll Schafgarbe und eine Handvoll Beifuß. Am besten zupfen Sie Blätter und Blütenstände von den verholzten Stängeln ab, da sich diese schwerer verarbeiten lassen.

 

Waschen Sie die Pflanzenteile, trocknen Sie sie gut ab und zerkleinern Sie sie grob in einem Mixer. Dann geben Sie das Salz hinzu und mixen solange, bis sich Salz und Kräuter gut vermischt haben. Wenn Sie eher feines Salz nehmen, kann es sein, dass es durch das Mixen fast schon pudrig wird. Wenn Sie das nicht möchten, können Sie grobkörniges Salz verwenden. Hier kann es allerdings passieren, dass es auch nach dem Mixen teilweise noch gröbere Bestandteile aufweist. Wie bei allem gilt: ausprobieren!

 

Nach dem Zerkleinern wird das durch den Pflanzensaft feuchte Salz auf ein Backblech gestrichen und im Ofen bei ca. 40°C etwa zwei Stunden getrocknet. Am besten mischen Sie es dabei immer wieder mal etwas durch. Auch kann man einen Kochlöffel in der Ofenklappe einklemmen, damit die Feuchtigkeit besser entweichen kann.

 

Das fertige Salz in Gläser füllen und in sämtlichen Gerichten genießen! Selbstgemachtes Kräutersalz eignet sich natürlich auch hervorragend zum Verschenken. Viel Freude beim Ausprobieren und guten Appetit!

13.06.2019 Der phänologische Kalender

Um zu entscheiden, wann man was im Garten macht, braucht man eine Orientierung. Dabei ist es nicht unbedingt sinnvoll, sich nach Daten im Kalender zu richten, da das Wetter und das Klima ja nicht jedes Jahr und überall gleich sind.

 

Es ist sinnvoller, sich an bestimmten Naturphänomenen zu orientieren, die signalisieren, wann entsprechende Bedingungen erfüllt sind. Da diese jedes Jahr in einer (mehr oder weniger) gleichen Reihenfolge auftreten, kann man auch nach ihnen einen Kalender erstellen. Dieser wird phänologischer Kalender genannt. (Phänologie: die Lehre von den wiederkehrenden Erscheinungen in der Natur)

 

Er unterteilt das Jahr in 10 Jahreszeiten, die jeweils von einem markanten Ereignis in der Natur, meist der Blühbeginn weit verbreiteter Pflanzen, eingeleitet werden. Jede Jahreszeit ist für bestimmte Tätigkeiten im Garten geeignet. Um seine komplette Gartenarbeit auf diese Weise zu organisieren, kauft man sich am besten ein Buch, weil das Thema einfach zu umfangreich für einen Blog-Artikel ist, aber hier zumindest eine kleine Übersicht:

 

Vorfrühling: Blühbeginn von Schneeglöckchen und Haselnuss -> Obstgehölzen schneiden

 

Erstfrühling: Blühbeginn von Forsythie und Kirsche -> Rosen schneiden

 

Vollfrühling: Blühbeginn von Apfel und Flieder -> Direktsaat im Gemüsegarten

 

Frühsommer: Blühbeginn des Schwarzen Holunders -> erste Ernte von Kohlrabi und Mairüben

 

Hochsommer: Blühbeginn der Sommerlinde -> Erdbeeren pflanzen

Frühherbst: Reife der Beeren des Schwarzen Holunders -> Feldsalat und Spinat säen

 

Vollherbst: Reife der Eicheln -> Hecken schneiden

 

Spätherbst/Winter: Gelbfärbung der Blätter der Stieleiche -> letzte Blumenzwiebeln stecken

22.05.2019 Die Eisheiligen sind vorbei – jetzt kann es losgehen! …oder?

Davon hat jeder schon einmal gehört. Der Frühling kommt, es wird teilweise schon erstaunlich warm, die Bäume bekommen Blätter und die Wildkräuter fangen an zu sprießen – aber: „Nicht zu früh freuen, es kommen ja noch die Eisheiligen!“ Also besser noch mit dem Anpflanzen warten. 

 

Aber was sind die Eisheiligen überhaupt? Wie der Name schon sagt, handelt es sich um Gedenktage von bestimmten Heiligen, während denen es noch einmal richtig eisig werden, also Frost geben kann. Sie heißen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius uns Sophia, die auch als kalte Sophie bekannt ist, und fallen auf den 11. bis 15. Mai. Wer nun ein aufmerksamer Wetterbeobachter ist, wird vielleicht festgestellt haben, dass es im Mai tatsächlich oft einen Kälteeinbruch gibt – jedoch oft später! Das ist tatsächlich so und hat mit der Gregorianischen Kalenderreform von 1582 zu tun. Ja, so alt ist diese Bauernregel schon! Bei der Kalenderreform haben sich die Daten verschoben, sodass der Kälteeinbruch heutzutage erst ungefähr eine Woche später eintritt, also ca. ab dem 20. Mai. 

 

Für den Gärtner bedeutet dies, dass er bestimmte Pflanzen, wie z.B. Tomaten und Basilikum besser noch nicht in’s Beet oder auf den Balkon bringen sollte, weil sie dem eventuellen Nachtfrost nicht standhalten würden. Wie gerade gelernt, sollte er sich dabei aber nicht stur an den Daten der Eisheiligen orientieren, sondern an den tatsächlichen Temperaturen der auf sie folgenden zwei Wochen. Wer ganz ungeduldig ist, kann sich informieren, welche Pflanzen leichten Frost vertragen und schon etwas früher in’s Beet können, hierzu zählen z.B. Blattsalate, Kohlrabi und Radieschen. 

29.04.2019 Frühlingserwachen in den Beeten

Die Natur ist aus dem Winterschlaf erwacht und überall sprießt das Grün – auch in den noch unbepflanzten Beeten. Noch sind die Gärtner damit beschäftigt, sich zu überlegen, was sie dieses Jahr pflanzen wollen und ziehen vielleicht Zuhause die ersten Setzlinge vor. Die Beete warten allerdings nicht darauf, vom Menschen bepflanzt zu werden, sie begrünen sich stellenweise schon längst selbst. So auch im Bauerngarten des Lindenhofs. Dieser soll in den nächsten Tagen und Wochen zwar neu bepflanzt werden, aktuell haben aber noch die Wildkräuter das Sagen. Von vielen Gärtner als Unkraut verschrien, haben diese robusten Pflänzchen ganz zu Unrecht einen so schlechten Ruf, denn sie haben nicht nur einen wertvollen Nutzen für das Ökosystem, sondern auch für den Menschen. Viele der ganz von selbst wuchernden Kräuter sind essbar oder haben sogar Heilwirkungen.

Große Brennnessel (Urtica dioica)

Diese wehrhafte Pflanze ist jedem sicher schon einmal begegnet. So schmerzhaft ihre Brennhaare für den Menschen auch sind, die Raupen vieler Schmetterlinge lassen sich von ihnen nicht beeindrucken. Für sie bilden die Brennnesselblätter eine wichtige Futterquelle.

 

Kocht man die Blätter, sind die Brennhaare auch für den Menschen nicht mehr gefährlich und die Pflanze kann bedenkenlos z.B. zu leckerem Brennnesselspinat verarbeitet werden.

Was heute exotisch klingt, war früher übrigens ein weit verbreiteter Bestandteil des Speisezettels. Und zwar zurecht, denn die Brennnessel enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe wie z.B. verschiedene Mineralstoffe und Eiweiß.

 

In der Volksheilkunde wurde sie außerdem z.B. bei Harnwegserkrankungen eingesetzt.

 

Auch gärtnerisch kann man von der stickstoffliebenden Pflanze profitieren, denn man kann aus ihr eine Jauche herstellen, die sich hervorragend als Flüssigdünger eignet.

Persischer Ehrenpreis (Veronica perisca)

Von der Gattung Ehrenpreis sind bei uns mehrere Arten verbreitet. Gemeinsam sind ihnen die kleinen vierzipfeligen blau leuchtenden Blüten und das zierliche Erscheinungsbild.

 

Der Persische Ehrenpreis ist besonders oft anzutreffen und bildet gern kleine Teppiche. In unserem Bauerngarten hat er sich zwischen andere Pflänzchen hineingeschlängelt.

 

Alle Arten der Gattung sind genau wie die Brennnessel essbar und bereichern roh oder gekocht verschiedenste Speisen. Früher war der Pflanze „Ehr und Preis“ für ihre vielfältigen medizinischen Anwendungsmöglichkeiten, worauf wie man sieht der Gattungsname Bezug nimmt. So wurde der Tee aus der Pflanze z.B. zur Verdauungsförderung und bei Atemwegserkrankungen getrunken.

Behaartes Schaumkraut (Cardamine hirsuta)

Dieses zarte Pflänzchen kann man leicht übersehen mit seinen sehr dünnen Stängeln und den kleinen weißen Blüten.

 

Wenn man es doch entdeckt und auszupft, kann es allerdings passieren, dass man es unfreiwillig weiter verbreitet, da die dünnen langen Fruchtschoten, die auch auf unserem Bild zu sehen sind, bei Berührung aufplatzen und die darin befindlichen Samen bis zu 1 m weit geschleudert werden.

 

Das muss einen aber gar nicht stören, da alle Schaumkräuter ebenfalls essbar und mit ihrem ausgeprägten Kressegeschmack sehr lecker sind. Hierzu verwendet man am besten die Blätter, die dicht über dem Boden in einer Rosette wachsen.

Rote Taubnessel (Lamium purpureum)

Diese kleine farbenfrohe Pflanze ist momentan sehr oft zu sehen. Sie fällt allerdings weniger durch ihre Größe, sondern vor allem durch ihre leuchtend purpurroten Blüten auf. Diese haben eine für die Familie der Lippenblütler typische Ober- und Unterlippe und werden gerne von Bienen und Hummeln besucht.

 

Wie alle anderen Taubnesseln bereichert auch sie unsere Speisen mit einer intensiven leckeren Note z.B. in Kräuterbutter oder gehackt in Gemüsegerichten. Besonders hübsch sieht es aus, wenn man Kräuterquark oder Süßspeisen mit den kleinen roten Blüten garniert.

 

Wie die meisten Wildpflanzen finden auch die Taubnesseln in der Volksheilkunde vielfältige Verwendung, z.B. bei Bronchitis, Magen-Darm-Beschwerden und Fieber.

Vogelmiere (Stellaria media)

Wieder eine recht unauffällige Pflanze, der man aber definitiv mehr Aufmerksamkeit schenken sollte! Nicht nur, weil die winzigen weißen Blüten bei genauerer Betrachtung wirklich hübsch sind, sondern auch, weil die Vogelmiere nicht nur für Vögel (daher der Name) ein echter Leckerbissen ist – und eine kleine Vitaminbombe obendrein.

 

Sie bildet gern kleine Teppiche und kann so wie man sie händeweise ausrupft direkt in die Salatschüssel wandern. Der leicht erdige Geschmack macht sich auch gut in Pfannkuchen. Dazu püriert man einfach ein paar Hand voll Vogelmiere mit in den Teig, was diesen auch noch leicht grün färbt. Am besten passt ein herzhafter Bergkäse dazu!

 

In der Volksmedizin findet sie ebenso Verwendung, beispielsweise bei Krämpfen, Leberbeschwerden und Rheuma.

Gewöhnlicher Erdrauch (Fumaria officinalis)

Der Gewöhnliche Erdrauch ist zwar kein verbreitetes Garten-„Unkraut“, fühlt sich aber als nährstoffliebende Pflanze am Rand eines Beetes wie hier im Bauerngarten recht wohl. 

 

Er ist die erste Pflanze in unserer kleinen Liste, die man nicht essen sollte, da sie schwach giftig ist.

 

Die im Erdrauch enthaltene Fumarsäure wird jedoch in der Schulmedizin verwendet, um Mittel gegen Schuppenflechte herzustellen.

Die oben vorgestellten Pflanzen sind nur ein Teil der Vielfalt, die in den Beeten und um sie herum am Lindenhof anzutreffen ist – und vielleicht erkennen Sie die ein oder andere Pflanze ja auch in Ihrem Garten wieder und sehen sie jetzt mit etwas anderen Augen.

 

Vielleicht haben Sie auch Lust bekommen, ihre grünen Gartenmitbewohner besser kennen zu lernen und kaufen sich ein Bestimmungsbuch? In jedem Fall würde ich empfehlen, sich ausreichend zu informieren, bevor Sie sich daran machen, Wildpflanzen zu essen.

 

Es gibt sehr viele bedenkenlos genießbare Pflanzen in unserer heimischen Natur, aber doch auch die ein oder andere Giftpflanze. Deshalb essen Sie bitte nur Pflanzen, die Sie sicher erkennen. Fangen Sie am besten mit Pflanzen an, die Sie eh schon kennen (z.B. Brennnessel oder Gänseblümchen) und hangeln sich langsam vor, dann werden Sie sehen, dass es gar nicht so schwer ist, wie man am Anfang vielleicht meint. Und Sie werden feststellen, dass Ihnen Ihr Garten viel mehr bietet, als das, was Sie angepflanzt haben! Insofern: Viel Freude beim Entdecken!

 

 

Falls Sie Fragen haben, schreiben Sie mir gerne: VeronikaHartmann[at]outlook.de